Was ist Ohrakupunktur

Was verstehen wir heute unter dem Begriff: Ohrakupunktur?

Die Ohrakupunktur oder wie NOGIER diese Therapie benannte, die Auricolotherapie, ist noch keine 50 Jahre alt und längst gibt es „Schulen“, die für bestimmte Anwendungsformen stehen und viele hervorragende Vertreter der heilenden Zunft, die für sich in Anspruch nehmen, dieser Therapie den Weg bereitet zu haben.

Als ich vor knapp 20 Jahren die Ohrakupunktur in Kursen bei GÜNTER LANGE in Kassel erlernte, war für mich alles klar. Eine tolle Therapie mit einer verständlichen Logik. Der Körper reproduziert seine Störungen im Ohr. Die Zeichen sind wahrnehmbar und da wir über eine stimmige Vorstellung darüber verfügen, wo sich im Ohr welches Körperorgan abbildet, sind sie sowohl diagnostisch als auch therapeutisch nutzbar. Ich habe damals wahrhaftig nicht geglaubt, man könne darüber auch nur diskutieren.

Inzwischen bin ich längst eines Besseren belehrt worden. Natürlich habe ich schon lange keine Lust mehr zu erklären, die Ohrakupunktur sei keine chinesische Erfindung. Aber sie ist schon etwas anders und ich setze mich damit auseinander.
Weshalb sehen die Chinesen Abbildungen des Körpers anders als wir sie von NOGIER kennen. Warum hat NOGIER zum Beispiel das Sakrum sich auf der unteren Anthelixwurzel gefunden und die Chinesen das gleiche Organ in der Scapha in Höhe von Th.12 und Hüfte. Die Erklärung ist, die Chinesen sehen Störungen in diesen Bereichen als Störung der Funktion eines Organsystems. Solche Zusammenhänge bilden sich anders ab als die reine Knochenstruktur der gestörten Segmente und bilden sich daher auch anders ab. Beide Sichtweisen sind also nicht verkehrt und wir benutzen beide Sichtweisen.
 
Aber es gibt keinen Frieden. Schon hält ein Vertreter der WIENER SCHULE, obwohl er die Wirkungen der Ohrakupunktur durchaus konstatiert, die Erkenntnisse nicht für wissenschaftlich beweisbar (oder verwertbar?). Wie das?

Gleichzeitig verspricht die NADA  mit einem Verfahren, das sie Ohrakupunktur nennt, flächendeckende Heilung bei Hyperaktivität (von Kindern), bei Stress (Manager, Krankenschwestern, Ärzte? Und andere), bei Drogenabhängigkeit. Ein nonverbales Konzept, bei dem jedem Patienten ohne Ansicht von Krankheit und Person 5 Nadeln ins Ohr getan werden.
{NADA = National Acupuncture Detoxification Association} Die NADA ist eine international tätige gemeinnützige wissenschaftliche Fachgesellschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, Akupunktur in die Therapie von suchtkranken und psychiatrisch kranken Menschen einzuführen. NADA heißt.

Viel mehr Nadeln (man hört von über 30 Nadeln für eine Behandlung) verwendet ein Magdeburger Arzt, der sie kurzerhand für immer ins Ohr implantiert und offenbar viele Patienten Glauben macht, auf diese Weise ein für alle Male Migräne, Parkinson und andere chronische Krankheiten heilen zu können. Wird eine Behandlung glaubwürdiger, wenn sie (sehr) teuer ist?
Alles in allem hat man den Eindruck, die Erben NOGIERs haben zwar Wirksamkeit eines Reizes im Ohr akzeptiert, aber nicht das globale Konzept seiner Therapie.
Und natürlich finden Sie bei den zeitgenössischen Autoren von Lehrbüchern über die Ohrakupunktur keine Konzepte oder Strategien. Stattdessen finden Sie immer nur Rezepte. Rezepte für jede beliebige Krankheit. Ein Rezept gegen alle HWS-Myalgien dieser Welt, ein Rezept für alle Migränen, für alle sonstigen Krankheiten? Immer jeweils nur ein einziger Weg?
Da wird mir klar, warum man nicht müde wird zu behaupten, die Ohrakupunktur könne nur von einem approbierten Arzt ausgeführt werden. Er allein habe die Möglichkeit eine Krankheit zu bestimmen und könne dann entsprechend SEINER Vorstellung über den Krankheitszusammenhang in bestimmten Arealen des Ohres auf den Körper einwirken.
Irgendwann wird es klar, dass man nur auf etwas verändernd einwirken soll, was tatsächlich gestört ist. Und genau das bildet ja der Organismus im Ohr ab. Ein Krankheitsgeschehen bildet sich im Ohr komplex als Abbild einer realen, gegenwärtigen Situation eines Menschen ab. Wer das sehen kann, verfügt über eine Diagnose der kausalen Zusammenhänge einer Störung und den Weg, sie zu heilen.

Dass Störungen des Organismus sich auf so genannten Reflexzonen auf der Körperoberfläche abbilden, ist bekannt und solange es die Menschheit gibt, ist dieser Tatbestand ein Faktum und wird es auch bleiben. Während Reflexzonen wie Füße (Fußreflexzonenmassage), Schädel (Schädelakupunktur) oder Rücken (Head`sche Zonen) längst strategisch therapeutisch genutzt werden, ist das Ohr in diesem Zusammenhang nie sonderlich beachtet worden.

Selbstverständlich gibt es Berichte über das Ohr schon aus dem alten Ägypten und immer wieder Neuerliche über die Jahrhunderte hinweg. Auch Hippokrates hat Impotenz schon über das Ohr behandelt.
Aber eine Strategie, die es erlaubt über das Ohr auf komplexe Zusammenhänge zu reagieren, gab es bis Dr. Nogier nicht. Er hatte, wie berichtet wird, 1951 erste Erkenntnisse über die Ohrakupunktur gewonnen und von da an, sich systematisch mit dieser Sache befasst. Erst 1956 hat NOGIER seine Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Im Gegensatz zur Chinesischen Körperakupunktur, die mehrere tausend Jahre alt ist, ist das Heilkonzept Ohrakupunktur also gerade 50 Jahre alt.

Natürlich hat das Ohr in der chinesischen Akupunktur schon immer auch eine nicht geringe Rolle gespielt. Es wird als Widerspiegelung der Niere angesehen. Alle Meridiane verlaufen ins Ohr. Und etwa 20 Punkte des Ohres sind Akupunkturpunkte, die in Bewertung und Qualität ihrer Wirkung auf den Körper allein dem System der chinesischen Körperakupunktur zuzuordnen sind.
Und selbstverständlich werden wir bei der Ausübung einer Ohrakupunktur auf jeden Fall auch auf die energetische Situation der Meridiane des Körpers einwirken.
 
Die Ohrakupunktur ist jedoch keine chinesische Erfindung ist und hat tatsächlich nichts mit der Körperakupunktur Chinas gemein.

Die Ohrakupunktur nach NOGIER ist eine Reflexzonentherapie. Periphere Störungen des Organismus bilden sich im Ohr über das Nervensystem ab. Das Ergebnis sind aktive Punkte, die auffällig werden, die man sehen, tasten oder auf Grund des geringeren Hautwiderstandes messen kann.

Dem Umstand, dass Punkte nur vorhanden sind, wenn sie durch Störungen im Organismus erzeugt werden, ist große Bedeutung zuzumessen. Das bedeutet nämlich, dass es feststehende Punktlokalisationen und für die ihnen zugeschriebenen Bedeutungen nicht geben kann. Bestenfalls handelt es sich um Annahmen, Fiktionen, da einer dieser so definierten Punkte einfach nicht wiederauffindbar sind. Jedes Ohr ist wie sein Träger neu und anders und natürlich sind die sich abbildenden Krankheitszusammenhänge auch immer verschieden.

Das die Wirkung der Ohrakupunktur wesentlich intensiver ausfällt , als das bei anderen Reflexzonen der Fall ist,  findet seine Erklärung in dem Tatbestand, das das Ohr von großen Nerven versorgt wird, deren Kerne im Hirnstamm des verlängerten Rückenmarks liegen und mit der dort befindlichen Formatio reticularis (entscheidende Schaltstelle zwischen dem Gehirn und dem Körper) verknüpft sind. Das im Ohr ausgelöste Signal gelangt also auf einem extrem kurzen Weg (und daher fast ungestört) zur Formatio reticularis, von dort weiter zum Gehirn und über die Nervenbahnen weiter zum Erfolgsorgan im Körper.

Die wichtigsten Nerven sind:
Trigeminusnerv ( V. Gehirnnerv ),
Vagusnerv (X. Gehirnnerv und Hauptnerv des
parasympathischen Systems)     und
Plexus cervicalis supervicialis (oberes Halsgeflecht).

Über die Nervenbahnen wird der erzeugte Reiz direkt ins Hirn transferiert und von hier wirkungsvoll weitergeleitet. Denn hier in der Formatio reticularis laufen alle Kommandos des Gehirn, ob es sich um vom Willen gesteuerte aus dem Großhirn oder um die unwillkürlichen aus dem Kleinhirn oder dem obersten Teil des verlängerten Rückenmarks (Atmung, Kreislauf und andere wichtige Reflexzentren) handelt, hindurch. Umgekehrt werden hier alle Meldungen des Körpers an das Gehirn verarbeitet und weitergeleitet.

Das Abbild des Organismus im Ohr entsteht nach einer ehernen Logik. Ausgangspunkt ist die reale Anatomie des menschlichen Körpers. Und die darauf beruhenden Abbildungen sind immer gleich, bzw. natürlich abhängig von der Person, deren Ohr wir gerade betrachten. Diese „Landkarte“ von Arealen im Ohr wird auch die Somatotopie des Ohres genannt.

Abweichende Interpretationen der im Ohr erkennbaren Zeichen beziehen sich immer auf die Erklärung der Ursachen die angenommenen Wirkungen bei einer Behandlung. Sie ergeben sich allein aus unterschiedlichen Betrachtungshorizonten [chinesische versus europäische Medizinauffassung]; [Naturheilkunde versus Schulmedizin] der jeweiligen Betrachter.

Mensch im Ohr alt-neu

Abb.1 Körper im Ohr

Die Ohrsomatotopie Nogiers ist unverändert gültig und wird dadurch nicht angetastet.

Dabei spricht Nogier von drei Abbildungsformen des Körpers, von 1. einer animalischen, die realen Organzusammenhänge darstellenden Abbildung, von 2. einer die nervalen Zusammenhänge darstellenden Abbildung und von 3. einer horizontalen Abbildung der Organe und Organsysteme.

Bei der realen Abbildung (1) bildet sich der Körper im Ohr quasi auf dem Kopf stehend ab und diese Darstellung bildet auch die Behandlungsgrundlage. Die Beine sind oben (Fossa triangularis), der Leib in der Mitte des Ohres (Concha) und der Kopf unten (Lobulus) abgebildet. Diese Ohrsomatotopie ist Basis unserer Arbeit im Ohr.

Die nervale Zusammenhänge (2) darstellende Widerspiegelung bildet den Körper in einer aufrechten Haltung ab. Diese Darstellung liefert u.a. Erklärungen über die psychovegetativen und psychosozialen Zusammenhänge der Wirkungen einer Behandlung über das Ohr.

Mit dem Begriff der horizontalen Abbildung (3) weist Nogier auf einen weiteren Abbildungsmodus. Er stellt fest, dass sich die Organe und Organsysteme des Körpers nach einer bestimmten Systematik ordnen und auf dieser Grundlage in unterschiedlichen Arealen des Ohres abbilden. Ausgang dieser Systematik ist die Zuordnung der Organe zu den unterschiedlichen Keimblattebenen entsprechend ihrer embryonalen Entwicklung.
 

Keimblattebenen im Ohr

Abb.2 Keimblattebenen
Danach befinden sich alle inneren Organe, die sich entwicklungsgeschichtlich aus dem entodermalen Keimblatt ableiten lassen in der Ohrmitte (CONCHA). Hinweis: Dreifacherwärmer
Die Organe, die sich der mesodermalen Keimblattebene zuordnen lassen, das sind Bänder, Sehnen, Muskeln, Bindegewebe und Haut, bilden sich im Bereich der FOSSA TRIANGULARIS und der SCAPHA ab.
Das Nervensystem, der ektodermalen Keimblattebene zuzuordnen, bildet sich  außen auf dem Ohrrand, d.h. auf der HELIX und unter der Helixkrempe ab.

Organe und Organsysteme2

Abb.3 Ohrsomatotopie
Eine wesentliche Struktur bildet die Abbildung der Wirbelsäule im Ohr. Sie wird  auf die Kante der Anthelix und der unteren Anhelixwurzel projiziert.

Jetzt finden wir auf der einen Seite dieser Abbildung in der Concha die inneren Organe und auf der anderen Seite die äußeren Organe und das Nervensystem. Die Kenntnisse der Anatomie des Körpers vorausgesetzt, ist es nunmehr leicht, sich den Körper in seinen realen Zusammenhängen auch im Ohr vorzustellen.

Die Wirbelsäule 3

 Abb.4 Die Wirbelsäule
Auf Grund dieser Strukturen und der ausführlichen Ohrsomatotopie des menschlichen Körpers, sind sich abbildende, akute Punkte jetzt auch diagnostisch nutzbar, denn sie bilden sich in Arealen ab, die entsprechend der Ohrsomatotopie bestimmten Organbereichen zugeordnet werden können. Der geübte Therapeut kann aus der Lage der akuten Punkte auf die tatsächlich gestörten Bereiche im Körper schließen und auf diese Art zielgerichtet auf Störungen eingehen.

Von besonderer Bedeutung ist die Erkenntnis, dass sich Krankheiten im Ohr geometrisch, d.h. in Form von linear geordneten Punkten abbilden. Bereits in seinen ersten Veröffentlichungen wies NOGIER darauf hin, dass im Krankheitsfalle mehrere Punkte sich als Abbildung gestörter Organe oder Organsysteme auf einer Linie in einem Wirbelsäulensegment abbilden und damit die kausalen Zusammenhänge einer Erkrankung widerspiegeln.
Besonders behandlungswirksam zeigen sich solche Behandlungsstrahlen1 , wenn sie durch den so genannten 0 -Punkt über das gesamte Ohr verlaufen, d.h. quer über das Ohr, vom Null-Punkt über Concha, Anthelix (Wirbelsäule), Scapha bis zur Helix. Alle sich auf diesem Strahl abbildenden Punkte spiegeln die akuten Störungen im Bereich der inneren Organe (Concha),der Wirbelsäule (Anthelix), der Strukturen des Körpergewebes (Sehnen, Bänder, Bindegewebe, Knochen, Haut im Bereich der Scapha) und des Vegetativen sowie Zentralen Nervensystems (Helix) wieder.

Segment 2

Abb.5 Ohrgeometrie
Alle so sich auf einer Linie abbildenden Organe, Organsysteme und Steuerungselemente stehen in einem Wirkungszusammenhang und beeinflussen sich in ihren Reaktionen gegenseitig.
Welche gravierende Bedeutung die Erkenntnis über die geometrische Abbildung von Krankheiten im Ohr hat, erkennen wir, wenn wir uns die Areale des Ohres und ihre sich über die drei Keimblattebenen hinweg abbildenden Organe und Organsysteme vor Augen führen. Die praktische Bedeutung besteht darin, dass sich hier ein ganzes Segment als Krankheitszusammenhang für die Diagnose und für die Behandlung erschließt.

Dieser holistische Handlungsansatz  ist letztlich die Ursache für die weit reichenden therapeutischen Möglichkeiten, die sich uns durch die Ohrakupunktur erschließen.

Das darauf aufbauende Behandlungskonzept hat grundsätzlich zwei Schwerpunkte:

  1. Das Feststellen und Behandeln der zu einem Symptom führenden Krankheitsursachen über den Behandlungsstrahl. Wir können davon ausgehen, das mit dem Behandlungsstrahl immer die aktuelle Krankheitsebene erkennbar und die Basis für das akut notwendige Behandlungskonzept bestimmt wird.
  2. Das ergänzende (organotrope) Eingehen auf Symptome, die im Zusammenhang mit dem erkannten Krankheitsgeschehen entstehen, um nicht nur die Behandlung des Kausalzusammenhanges zu sichern sondern gleichzeitig zur Linderung oder Beseitigung solcher Symptome, wie partielle Schmerzzustände, Hautsensationen usw. die durch das „Grundkonzept“ (Behandlungsstrahl, Polster, Korrespondenzpunkte) noch nicht direkt erreicht wurden, zu gelangen.

Unsere konzeptionelle Strategie der Behandlung ist natürlich etwas differenzierter.
Aber immer ergeben sich Umfang und Weg aus der betrachteten Krankheitssituation. Eine akute Störung zum Beispiel kann allein durch eine organotrope Einwirkung (locus dolendi) beeinflusst werden.
Bei chronischen Krankheiten wird dagegen stets strategisch ein komplexer Behandlungsweg gewählt2.

Auf drei für uns allgemein bedeutungsvolle Erkenntnisse sei hier hingewiesen:

  • Das Symptom ist nicht die Krankheit, sondern wird durch kausale Zusammenhänge (die eigentliche Krankheit) verursacht! Es ist daher notwendig sowohl die Krankheit als auch das Symptom (z.B. Kopfschmerz) zu behandeln.
  • Die Ohrakupunktur deckt immer nur eine, nämlich die akute (oberste) Ebene der Krankheit ab.
  • Die einzelnen Punkte erzielen zwar durch ihre Kausalität (Wirbelsäulensegment/ Haed`sche Zonen) einen zusammenhängende Wirkung, stellen aber für sich genommen organotrope Einwirkungen dar. Hier wird nicht, wie in der Körperakupunktur ein Energiekreislauf beeinflusst, sondern ein Krankheitszusammenhang über die miteinander reagierenden Organe und Organsysteme behandelt.

Zusammenfassung:
Das Besondere der Behandlung über das Ohr ist neben der Komplexität des Therapiekonzepts die Unmittelbarkeit der Wirkung des hier ausgeübten Reizes (Sekundenphänomen).
Die Ohrakupunktur ist ungiftig und nebenwirkungsfrei. Angesichts einer ständig steigenden Zahl von Menschen, die aufgrund von Allergien oder anderen Gründen keine Medikamente einnehmen können oder der Schulmedizin kritisch gegenüber stehen, kann die Behandlung mittels der Ohrakupunktur ein Weg zur Heilung und die wirksame Alternative zur bisherigen Behandlung sein.

Aufgrund der schnellen und präzisen Wirkung auf Körpergeschehen ist die Ohrakupunktur besonders in der Notfallmedizin einsetzbar.

Auch sonst ist sie in jedem Fall, wo Kranke sofortige Hilfe bei akuten Leiden benötigen ein ideales Mittel zur Bewältigung zum Beispiel von Traumen oder zur Entkrampfung in akuten Krisen. Über das Ohr können Schmerzen, welcher Art sie auch sind, beeinflusst, gelindert und häufig ganz ausgeschaltet werden.

Für alle Leiden des zentralen Nervensystem, bei Furcht, Platzangst, Besessenheit, Konzentrationsmängel, Schwindel, Stottern usw. ist die Ohrakupunktur von großer Wirkung.
Ihre ausgleichende und entspannende Wirkung wirkt sich insbesondere bei der Behandlung von alten Menschen hilfreich aus.
Eine besondere Bedeutung kommt der Ohrakupunktur bei der Suchtbehandlung zu. Verschiedene Behandlungsprogramme zur Entwöhnung bei Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabusus, zur Raucherentwöhnung oder bei der Bekämpfung der Ess-Sucht geben dem Behandler die Möglichkeit, sich der individuellen Situation des Suchtkranken stellen.

 

Michael Noack
Fachbereichsleiter Ohrakupunktur der AG TCM e.V.

 

1
Hier besteht ein enger Erklärungszusammenhang zur Segmenttherapie nach HAED (HAEDsche Zonen). Danach werden sich so abbildende kausale Krankheitszusammenhänge wie folgt beschrieben: Haut, Segmentgewebe und innere Organe, die vom gleichen Rückenmarksabschnitt nerval versorgt werden, bilden eine funktionelle Einheit, bei der jeder Teil den anderen reflektorisch mit beeinflusst.

2
Die Ohrakupunktur ermöglicht sowohl den schnellen und direkten Zugriff auf die Symptome und zeitigt gleichzeitig bei Anwendung der konzeptionellen Strategie von NOGIER (und den Weiterentwicklungen durch N. Krack und  G.LANGE), langfristige und dabei meist sofort spürbare Behandlungserfolge


 

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Stand: Montag, 2. Januar 2012